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Blind Boys Alabama (US)

Blues Festival Basel 2018-04-11 Basel, Volkshaus
Es gibt im Blues ein paar ganz besonders fürstlich klingende Namen von Pionieren, die uns vor Ehrfurcht erstarren lassen; Robert Johnson, B.B. King, Muddy Waters, John Lee Hooker. Doch es gibt da noch den Gospel; der hat von Anfang an und auf seine Weise für den Blues ebenso viel getan. Auch er hat ein paar Legenden, in derselben Liga. Sogar solche, die problemlos beides vereinen – göttliche und weltliche Musik auf höchstmöglichem Niveau. Die gute Nachricht: Sie kommen zu uns nach Basel, die legendären Blind Boys of Alabama.
Die unglaubliche Geschichte begann 1939, als fünf blinde Jungen am «Talladega Institute for the Negro Deaf and Blind» die verschworene Gemeinschaft einer Gospelgruppe gründeten, unter dem Namen «The Happyland Singers». 1948, bei einem gemeinsamen Auftritt mit den Jackson Harmonies, wurden sie kurzerhand umbenannt – und heissen seither «Five Blind Boys of Alabama». Birmingham (Alabama) war seinerzeit die Hochburg des vierstimmigen Gospel-Satzgesangs, jener afro-amerikanischen Vokalkunst, bei welcher die Melodien auf dramatische Weise kontrastiert werden. Der Stil, welcher später von Stars wie dem «Golden Gate Quartet» säkularisiert wurde, war vorerst nur in religiösen Kreisen verbreitet. Die Blind Boys of Alabama waren von Anfang an eine der wichtigsten Lokomotiven, sangen während Jahrzehnten bei Gospelveranstaltungen zusammen mit den Soul Stirrers, den Pilgrim Travelers, den Blind Boys of Mississippi – und hätten allein deswegen den Ikonen-Status bereits verdient. Doch das Schicksal hatte noch grössere Pläne. «Wir hätten nie gedacht, dass sowas möglich ist», meint Gründungsmitglied Clarence Fountain, «doch dank Gott und durch viel Arbeit werden manchmal Träume wahr.» Und wie wahr sie wurden! Der Quantensprung passierte 1983, als die Blind Boys beim Musical «The Gospel at Colonus» mitwirkten, bei Sophokles' legendärer griechischer Tragädie «Ödipus auf Kolonos». Die Produktion gewann einen Obie Award und öffnete sämtliche Türen.

Seither haben die Blind Boys of Alabama als die wohl berühmtesten und beliebtesten Ambassadoren des Gospels Musikgeschichte geschrieben. Über 70 Platten und CDs, Live-Konzerte für mehrere US-Präsidenten (zuletzt für Barack Obama), unzählige Parts in Filmen und TV-Shows, insgesamt sechs Grammies (vier davon in Folge), und 2007 schliesslich die Aufnahme in die  Gospel Music Hall of Fame. Es ist nicht nur ihr einzigartiger Gesang, es ist ebenso ihre Offenheit und die Fähigkeit, stilistische Brücken zu bauen. Die Liste der Stars, mit denen sie zusammenarbeiteten, spricht Bände: Aaron Neville, Tom Waits, Mavis Staples, Bonnie Raitt, Randy Travis, Solomon Burke, Lou Reed, Mahalia Jackson, Tom Petty, Peter Gabriel. Auf der Bühne des Blues Festivals Basel erwartet uns ein aussergewöhnlich berührendes Spektakel. «Unsere Mission ist, den Menschen zu zeigen, dass es Hoffnung gibt; gerade heute ist das Bedürfnis danach gross», betont Leadsänger Clarence Fountain. «Wir singen mit Freude, Leidenschaft und Liebe!» (rk)


Line-up:

Clarence Fountain: lead-vocals (sofern es ihm seine Gesundheit erlaubt)
Paul Beasley: vocals
Jimmy Carter: vocals
Ben Moore: vocals
Eric 'Ricky' McKinnie: drums, percussion, vocals
Joey Williams: lead guitar, vocals
Trae Pierce: bass
Peter Levin: organ

Termine und Tickets

Reihung nach Event Datum Ort Genre
Blind Boys Alabama (US)
11.04.2018
20.00
Basel - CH
Volkshaus
Blues

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